Planungsdezernent Wurff besucht ADFC

Mönchengladbach ist nicht gerade eine Stadt, die das Radfahren zu einem besonderen Vergnügen macht. Warum nicht dazu mal den Chef des Planungsamtes einladen?Ein Beitrag von Alexander Budde.

mg_wurff_IMG_6108_1Am 18. Juli 2012 hatte der ADFC Mönchengladbach den Planungsdezernenten der Stadt, Herrn Andreas Wurff, zu Gast, um sich einmal persönlich auszutauschen über die Situation des Radverkehrs in der Stadt und die Möglichkeiten, die sich bieten, um diese Situation verbessern zu können. Für manch einen_war es die erste Gelegenheit, Herrn Wurff persönlich kennen zu lernen und mit einem leitenden Verwaltungsmitarbeiter ins Gespräch zu kommen. Selbst aus Neuss und Korschenbroich waren Gäste an diesem Abend vor Ort, was uns auch die Möglichkeit gab, über den Tellerrand zu schauen.

Der Einstieg in diesen Abend war schnell gefunden: Wenige Tage vor dem Treffen wurde in der Rheinischen Post publiziert, dass Mönchengladbach einen der niedrigsten Radverkehrsanteile unter den Großstädten in der Region hat. Dies alles müsse doch weitere Ursachen haben als nur den Abteiberg, der Mönchengladbach von allen anderen Städten der Region unterscheidet.

Es entspann sich eine lebhafte Diskussion, in der viele ADFC-Mitglieder auch ihre persönlichen Erfahrungen und Ideen einbrachten, wie denn der Radverkehr in Zukunft attraktiver gestaltet werden könnte: Weniger „Bettelampeln“ für Radfahrer und Fußgänger, Routenführung abseits der Hauptstraßen und und und. Was dort zur Sprache kam, fand durchaus offene Ohren, wie sich an den Reaktionen und auch den Antworten des Dezernenten zeigte.

Und es ist ja nicht alles schlecht: Es gibt Stellen, an denen sich was getan hat. Das sollte Vorbild sein: Viele Großbaustellen in der Stadt bieten die Chance, dem Radverkehr eine angemessene Rolle zuzugestehen.

Eins wurde im Gespräch aber auch deutlich: Oftmals ist es die Politik, die einem Vorhaben Grenzen setzt. Mehrheiten entscheiden, und wo diese dem Fahrrad keinen Vorrang einräumen, wird es schwer, Verbesserungen umzusetzen.

Vielleicht kann dieser Abend ja dafür sorgen, dass der ADFC und der Radverkehr insgesamt wieder ein bisschen stärker in den Fokus rücken. Wir wollen nicht nur fertige Pläne kritisieren, wenn es zu spät ist. Unser Ziel muss es sein, Ideen und Verbesserungsvorschläge einfließen zu lassen, bevor die Pläne in Stein gemeißelt sind. Das Bewusstsein, es gibt einen ADFC, der sich einbringen will, ist der erste Schritt. Weitere müssen folgen.

Und wie so oft war am Ende der Zeit noch viel Gesprächsbedarf übrig. Viele Themen konnten nur angeschnitten werden. Grund genug, einen solchen Abend noch einmal zu wiederholen. Und vielleicht hat sich bis dahin ja schon das eine oder andere verbessert. Einen Punkt der Diskussion hat der Dezernent schon mitgenommen: Den autofreien Rathaus-Innenhof. Immerhin ein Anfang.

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