Fahrradfreundlich sein braucht mehr: Neuss lässt Chancen liegen

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Fehlt auf der Bataverstraße: Bordsteinabsenkungen (durchgezogen) und verbreiterte Fahrbahn mit Querungshilfe (unterbrochen mit Doppelpfeil)

Die Voraussetzungen für das Radfahren in Neuss sind eigentlich ganz gut: Kleine Innenstadt, kurze Wege, flaches Gelände, viel Grün im Nahbereich. Warum hat die Stadt dennoch keinen fahrradfreundlichen Ruf? Wir zeigen an einem Beispiel, wo es klemmt – und einen Weg raus aus der Blockade, der aber auch einen (politischen) Willen braucht.Auf der Bataverstraße hat die Stadt im Jahr 2013 eine Kanalsanierung vorgenommen. Bei solchen Tiefbauprojekten muss die gesamte Fahrbahn neu aufgebaut werden. Das ist teuer, bietet aber regelmäßig die Chance, die Straße ohne allzu große Mehrkosten neu  zu gestalten. Schließlich ändern sich im Lauf der Jahrzehnte sowohl die Standards als auch die Anforderungen. Eine Neugestaltung findet aber nur dann statt, wenn es auch eine entsprechende Abstimmung mit dem Planungsamt gibt. Fehlt diese, dann lässt das zuständige Tiefbauamt die Straße bestandskonform, das heißt: genauso wie voher wieder aufbauen.

Stadt braucht Radverkehrsbeauftragten

Genau das ist auf der Bataverstraße passiert, und darum fehlt nach wie vor eine Querungsmöglichkeit für Radfahrer, um auf den Rad- und Gehweg an der Krefelder Bahnlinie zu gelangen. Der Weg, links oben im Foto, ist Teil einer attraktiven, autofreien und dennoch ortsnahen Umfahrung der Nordstadt für Radfahrer, die später einmal nach Süden bis zum Hauptbahnhof fortgesetzt werden könnte. Die Chancen für eine fahrradfreundlichen Modernisierung liegen förmlich auf der Straße.  Um sie zu entdecken, braucht die Stadt jemanden, der alle Planungs- und Tiefbaumaßnahmen auf die Relevanz für den Radverkehr abklopft und mögliche Verbesserungen einfordern darf. Zudem sollte Neuss sich endlich in die AGFS bewerben.

Dieser Beitrag wurde unter Ausgabe 3 / 2014, Rhein-Kreis Neuss veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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