Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) bewertet eine neue 2,6 Kilometer lange Piktogrammkette auf der B 236 im Hochsauerlandkreis als wichtigen Schritt für mehr Sicherheit des Radverkehrs.
Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) hat im Hochsauerlandkreis eine Sofortmaßnahme im Sinne der AGFS-Umsetzungsinitiative ausgeführt. Zwischen Schmallenberg-Lenne nd Lennestadt-Störmecke wurde eine rund 2,6 Kilometer lange Piktogrammkette auf der Bundesstraße B 236 aufgebracht.
Der Abschnitt gehört zum hoch frequentierten SauerlandRadring und der Lenneroute und wurde im Nahmobilitätskonzept des Landkreises als Teil des Hauptradnetzes eingestuft.
Die AGFS NRW bewertet das auf ihrer Website (siehe Kasten) „als wichtigen Schritt für mehr Verkehrssicherheit und Sichtbarkeit des Radverkehrs“. Die Maßnahme schließe eine bedeutende Lücke im landesweiten Radwegenetz zunächst provisorisch, aber wirkungsvoll.
Die Planungen für eine bauliche Radwegelösung entlang der Bundesstraße liegen zwar vor, jedoch steht der Baubeginn in den Sternen, da gerade mal das Planfeststellungsverfahrens angelaufen ist.
AGFS bekräftigt …
O-Ton AGFS weiter: „Mit der ersten Piktogrammkette auf einer klassifizierten Straße außerorts setzt der Landesbetrieb Straßenbau NRW ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende im ländlichen Raum. (…) Sichere Radwege sind auch außerhalb von Städten machbar und nötig.“
Diese Piktogrammkette folgt dem Leitfaden für „Sofortmaßnahmen für den Fuß- und Radverkehr“, den die AGFS gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) entwickelt hat. Ziel der Initiative ist es, schnelle Lösungen zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs zu ermöglichen, gerade dort, wo bauliche Maßnahmen noch nicht realisierbar sind.
„Die Maßnahme ist ein innovativer Schritt hin zu einer nachhaltigen und sicheren Mobilitätsinfrastruktur – und ein positives Signal für die angestrebte AGFS-Mitgliedschaft,“ lobt Christine Fuchs, Vorstand der AGFS NRW die Maßnahme.
… Radfahrende zweifeln
Diese „Sofortmaßnahme im Sinne der AGFS-Umsetzungsinitiative“ wird von Radfahrenden massiv in Zweifel gezogen. Die Kommentare in den sozialen Medien sind durchweg unfreundlich bis hämisch.
Die neuen Piktogramme auf der B 236 werden auch kritisiert, weil sie zu weit rechts platziert sind, und damit nicht den außerorts geltenden Sicherheitsabstand von zwei Metern visualisieren.
Autofahrer dürfen dort weiter ungehindert fahren. Radfahrende sind rechtlich nicht geschützt. Ob die Piktos zumindest das Bewusstsein für Radverkehr stärken und das subjektive Sicherheitsempfinden fördern, wird bezweifelt.

