One-Woman-Radtour auf dem Radfernweg Kopenhagen – Berlin

Dienstag, 14. August: (Gedser – Rostock – Güstrow/15 km)

Auf der Fähre habe ich dann noch meine restlichen Kronen verjubelt und für Katrin „unser Spezial-Marzipan“ gekauft. Ich bin unterwegs viel zu sparsam gewesen! Nach einer ruhigen Überfahrt dachte ich, als Rostock in Sicht kam, dass ich vom Wasser aus ein Foto vom Leuchtturm in Warnemünde machen könnte, aber leider das war nicht möglich, denn bis wir nah genug ran waren, wurden wir aufgefordert, die Fahrzeuge! aufzusuchen.

Nachdem die Fähre in Rostock angelegt hatte, an der Fähre hatten uns noch 2 junge Paare aus Italien angesprochen, die auch zum Bahnhof in Rostock wollten, machten wir uns unter „Kölner Führung“ auf zum Bahnhof. Zum Glück kannte der Student sich aus. Ich hätte den Bahnhof ohne zu fragen nicht gefunden. Nach der Ruhe in Dänemark war es in Rostock hektisch und im Gegensatz zu den immer freundlichen Dänen waren hier richtige Muffköpfe unterwegs, die meinen Gruß nicht mehr erwiderten.

Am Bahnhof verabschiedete ich mich von dem Kölner und den Italienern und studierte die Abfahrtstafel. Ich hatte Glück, ich konnte mit der S-Bahn bis Güstrow fahren (54 km-Etappe). Am Bahnhof in Güstrow, ein Blick in meinen Bett+Bike-Katalog, ein kurzer Anruf und ich wusste wo ich schlafen konnte. Der Weg zum „Gästehaus am Schlosspark“ war zum Teil ziemlich holperig. Deshalb habe ich mein Rad lieber geschoben, um keinen Gabelbruch zu riskieren.

Mein Zimmer war eigentlich ganz gemütlich, aber anscheinend war eine Baustelle in der Nähe, denn dort war ein Presslufthammer in Betrieb. Es war aber kein Presslufthammer, sondern der Aufzug! Der Aufzugschacht war neben meinem Zimmer!! Das konnte ja heiter werden in der Nacht…

Nach dem Duschen zog ich mir meine „Ausgehklamotten“ an, um im Bistro des Gästehauses etwas zu essen. Als ich in die Eingangshalle kam traf ich dort auf „alte Bekannte“ – da saßen „meine Spanier“, die von ihrem Reiseleiter Informationen für die nächste Etappe bekamen. Das war ein überraschendes Wiedersehen. Ich bestellte mir in dem Bistro ein gut belegtes Baguette, denn ich wollte noch einen Rundgang durch Güstrow machen. Zuerst bin ich zum Schloss Güstrow, wo im Park noch fleißig gebuddelt wird, und dann durch die Altstadt gelaufen, wo ich mir das Rathaus, den Dom, die Kirchen, das Theater und den Marktplatz mit den gut erhaltenen Bürgerhäusern angesehen habe.

Dann bin ich zurück zum Gästehaus, um mir die Etappe für den nächsten Tag anzusehen. Durch die Fahrt mit der S-Bahn musste ich meine ursprünglich geplanten Etappen neu festlegen. Wenn ich meine +/- 50 km fahren wollte musste ich um den Krakower See bis Linstow fahren, denn auch dort gab es ein Gästehaus. Ich packte mal wieder meine Sachen um und ging schlafen. Der Aufzug hat mir zum Glück nicht den Schlaf geraubt!

Dieser Beitrag wurde unter Ausgabe 2 / 2013, Rhein-Kreis Neuss, Tourismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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