One-Woman-Radtour auf dem Radfernweg Kopenhagen – Berlin

Freitag, 17. August: (Strasen – Zehdenick/56 km)

Das Frühstück im Hotel war super und ich habe mir erlaubt, ein kleines Lunchpaket mitzunehmen, weil ich am Vortag keine Möglichkeit hatte einzukaufen. Meine Sachen waren inzwischen wieder trocken und ich konnte packen. Ich gab den Schlüssel ab, bezahlte die Rechnung und deponierte mein Gepäck an der Rezeption, um mein Rad aus dem Fahrradkeller zu holen. Dann bepackte ich mein Rad und radelte bei strahlendem Sonnenschein los auf die 7. Etappe. Kurz hinter Strasen fuhr ich über die „Grenze“ nach Brandenburg. In Großmenow stand eine große Karte vom Radfernweg.

ne_reisebericht_115_Radfernweg-Karte_in_Großmenow_1600_1024Dort konnte ich sehen, wo es nun lang ging und stellte fest, dass es nur noch ca. 150 km bis Berlin waren!! Ich war zu flott unterwegs gewesen! Um nicht wieder einen Reinfall zu erleben, warf ich gleich einen Blick in den Bett+Bike-Katalog, um eine preiswerte Unterkunft in Zehdenick zu finden. Ein kurzer Anruf und ich hatte für diese Nacht eine Unterkunft. Von Großmenow aus fuhr ich nun entspannt durchs „Havelland“ nach Fürstenberg an der Havel. In Fürstenberg gab es einen Bahnhof und ich hatte die Hoffnung, dort etwas über den Verbleib meiner Fahrkarten zu erfahren. An dem Bahnhof gab es, wie auf vielen Bahnhöfen, keinen Fahrkartenschalter mehr, aber einen Hinweis auf ein Reisebüro, wo Bahnfahrkarten verkauft wurden. Dort war man aber nicht sehr hilfsbereit. „Wir verkaufen hier nur Bahnfahrkarten – für Reklamationen sind wir nicht zuständig. Fragen Sie mal bei der Tourist-Info nach!“ war die „reizende“ Auskunft von der Angestellten. Also machte ich mich skeptisch auf den Weg zur Tourist-Info. Meine Skepsis war jedoch unbegründet, denn als ich der netten Dame meine Situation geschildert hatte, gab sie mir sofort ein Telefon, damit ich die Sache klären konnte. Weshalb war das in dem Reisebüro nicht möglich gewesen? Ich habe lange in der DB-Warteschleife gehangen, aber am Ende war alles geklärt – Fahrkarte und Fahrradkarte hatte man mir versehentlich?? nach Hause geschickt. Die Dame von der DB-Clearingstelle hat mir meine Reservierungsnummern (Waggon, Sitzplatz, Fahrradplatz) durchgegeben und mir erklärt, was zu tun ist. War zwar etwas kompliziert, aber meine Heimreise im CNL von Berlin nach Köln war gesichert und ich konnte beruhigt weiterradeln. Die nette Dame von der Tourist-Info wollte für das Telefonat nichts haben. „Das sei Service!“ Das war wirklich ein Super Service und einen Obolus für die Kaffeekasse erlaubte sie mir. Als ich ihr erzählte, dass ich auf dem Radfernweg von Kopenhagen nach Berlin unterwegs bin, stellte sich heraus, dass sie daran beteiligt gewesen war, den Weg von Fürstenberg bis Oranienburg auszuschildern und es auch ihr Wunsch sei, mal bis Kopenhagen zu fahren.

Von Fürstenberg radelte ich weiter Richtung Ravensbrück, an der Mahn- und Gedenkstätte des Frauenkonzentrationslagers vorbei – irgendwie bedrückend! – und dann weiter Richtung Himmelpfort. Dort ist das Weihnachtspostamt. Meinen Wunschzettel bin ich nicht losgeworden, denn es öffnete erst wieder im November. An der Klosterruine in Himmelpfort vorbei führte mich der Radweg nun durch die Uckermark Richtung Bredereiche, Dannenwalde, Marienthal und Burgwall zwischen Seen und entlang der Havel, vorbei am Ziegeleipark, der Zeitzeuge der Ziegelindustrie ist, bis nach Zehdenick, wo ich schon gegen 15.00 Uhr meine Unterkunft „Pension Pauls“ erreichte.

Nachdem ich mich in dem einfachen, aber sauberen Zimmer eingerichtet und frisch gemacht hatte, gönnte ich mir im Scheunen-Café Pauls ein Stück Kuchen und einen Pott Kaffee. Danach ging ich zu Fuß ins „Zentrum“, um an der Sparkasse Geld abzuheben und einen Rundgang durch den kleinen überschaubaren Ort mit seinen Sehenswürdigkeiten zu machen. Nach einer großen Runde ging ich zurück zu meiner Pension, wo ich im Scheunen-Café am Abend auch etwas Herzhaftes essen konnte. Als die Mücken zu frech wurden, habe ich es vorgezogen, in mein Zimmer zu gehen und den Weg für den nächsten Tag festgelegt, der ab Oranienburg etwas von der Route abwich, weil das Hotel in Velten lag. Nachdem ich meine Sachen wieder soweit gepackt hatte, bin ich schlafen gegangen.

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