One-Woman-Radtour auf dem Radfernweg Kopenhagen – Berlin

Samstag, 18. August: (Zehdenick – Velten/60 km)

Am nächsten Morgen, es gab ein ordentliches Frühstück, lernte ich noch andere Gäste kennen. Sie bewunderten meinen Mut, dass ich mit dem Rad allein so eine weite Strecke gefahren bin. Nach dem Frühstück holte ich das Fahrrad aus dem „Stall“ und bepackte es.

Dann konnte ich mich auf meine vorletzte Etappe begeben. Von Zehdenick aus ging es jetzt immer am Vosskanal entlang, wo ich vom Ufer aus mit einigen Paddlern „Konversation“ machte, durch Bischofswerder nach Liebenwalde. Im Hofcafé in Liebenwalde gönnte ich mir früh am Tag schon ein Stück Kuchen und einen Pott Kaffee. Danach fuhr ich weiter an der Straße entlang über den Oder-Havel-Kanal in ein Waldgebiet bis Friedrichsthal, am Oder-Havel-Kanal und am Ufer des Lehnitzsees entlang nach Oranienburg. In Oranienburg waren mir nach der relativ verkehrsarmen Radtour die Autos und der Großstadtmief schon zu viel und ich überlegte, am nächsten Tag mit der S-Bahn zu fahren.

In Borgsdorf verlasse ich den Radfernweg und fahre Richtung Pinnow und dann weiter bis in die Ofenstadt Velten. Das Hotel war gar nicht so einfach zu finden, weil ich keine Karte von Velten hatte. Ursprünglich war das Zimmer für Montag gebucht, weil ich mich ja erst am Dienstag mit Katrin treffen wollte und wegen des früheren Treffens hatte ich es telefonisch auf Sonntag umgebucht. Weil ich nun zu flott gefahren bin und Berlin früher als gedacht „zu nahe“ kam, habe ich es erneut umbuchen müssen und geklärt, dass ich statt Sonntag schon am Samstag ankommen, aber 2 Nächte bleiben würde. Weil der Name „Amarillo Hotel“ war, hatte ich unterwegs immer wieder das Liedchen „This is the way to Amarillo“ auf den Lippen. Wenn ich gewusst hätte, was mich hier erwarten würde, hätte ich sicherlich nicht so fröhlich gesungen! Das Hotel entpuppte sich als Hotel für Geschäftsreisende mitten in der PAMPA. Von Freitag, 17.00 Uhr bis Montag, 9.00 Uhr war niemand da. Keine Rezeption, kein Empfang, kein Frühstück, Restaurant auch geschlossen! Ich musste die Notfall-Nr. anrufen, um zu erfahren wo mein Zimmer und der Abstellraum für mein Fahrrad waren. Den gab es nicht, aber ich könnte es an einer Laterne festmachen!!?? Das Gelände wäre abgeschlossen und ein Security-Dienst würde „Streife“ fahren. Dabei hatte ich bei der Buchung angegeben, dass ich einen Fahrradabstellplatz benötigte. Ich hätte noch die Möglichkeit gehabt, die ganze Sache zu stornieren, aber dann hätte ich mir ein neues Hotel suchen müssen. Also blieb ich da! Aber an der Laterne wollte ich mein Rad auf keinen Fall anbinden und habe es deshalb in mein Zimmer geschleppt. Hunger hatte ich auch, aber weit und breit gab es nichts zu essen. Zum Glück hatte ich noch Brote vom Frühstück, Kekse, Äpfel und Müsliriegel. Das musste fürs Erste reichen. Aber wo bekam ich am Sonntag Frühstück? Nach dem „fürstlichen Mahl“, inzwischen war es nicht mehr so heiß, bin ich Richtung Hennigsdorf gefahren, um am S-Bahnhof nach den Verbindungen nach Berlin zu sehen, denn ich wollte am Montag mit meinem Gepäck nicht durch den Großstadt-Verkehr radeln. Auf dem Weg zum Bahnhof bin ich an einem Mac D. vorbeigefahren, der aber anscheinend schon geschlossen hatte. Als ich von meiner Inspektionsfahrt zurück im Hotel war, machte ich es mir auf dem Bett vor der Glotze bequem und bin eingeschlafen.

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