One-Woman-Radtour auf dem Radfernweg Kopenhagen – Berlin

Dienstag, 7. August: (Kopenhagen und Umgebung/15 km)

Am Morgen, ich dachte wir seien schon in Dänemark, hörte ich in einem Bahnhof eine deutsche Durchsage und erfuhr später vom Zugbegleiter, dass der Zug aus Basel erst mit reichlich Verspätung angekoppelt werden konnte, weil er einen Maschinenschaden hatte. Der Zug hätte gegen 10.00 Uhr in Kopenhagen sein sollen, kam aber dort mit 4 Stunden Verspätung an. Das war dumm, denn ich hatte mich am Nachmittag mit Martine verabredet, um mit ihr zum Grab von Vino zu gehen. Zum Glück habe ich sie rechtzeitig erreichen und unser Treffen auf den nächsten Tag verschieben können. Als der Zug gegen 14.00 Uhr kurz vor Kopenhagen war, wurde es im Fahrradabteil hektisch. Alle wollten an ihr Rad! Ich fragte die junge Dänin, ob sie mir beim Aussteigen helfen könne, was kein Problem war. Sie hatte eine Radtour von Berlin nach Köln gemacht und war nun schon wieder zu Hause. Sie wünschte mir eine gute Reise und weg war sie. Auf dem Bahnsteig machte ich das Gepäck fest, schob mein Rad zum Aufzug (der war doppelt so groß wie der in Dormagen!) und warf vor dem Bahnhof, auf der anderen Seite TIVOLI, einen Blick auf die Karte, um den Weg zu meinem Hotel zu suchen und radelte los! Inzwischen waren dunkle Wolken aufgezogen und ich hoffte, noch vor dem Wolkenbruch an meinem Hotel anzukommen, bin aber doch ziemlich nass geworden, bevor ich mich an einer Bushaltestelle unterstellen konnte. Das fing ja gut an! Von wegen stabile Wetterlage? Zum Glück hatte sich der Wolkenbruch schnell verzogen und die Sonne strahlte vom Himmel. Im Hotel hatte man schon auf mich gewartet.

Die berühmte kleine Meerjungfrau, "den lille Havfrue"

Die berühmte kleine Meerjungfrau, „den lille Havfrue“

Es war ein kleines gemütliches (dänisch = hyggelig) Hotel und alle waren sehr freundlich und sehr bemüht, mir einen sicheren Abstellplatz für mein E-Bike zur Verfügung zu stellen. Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe, hatte ich erst das Bedürfnis, zu duschen und frische Sachen anzuziehen. Danach ging ich ins Esszimmer, wo am Nachmittag für die Gäste zur Selbstbedienung Kaffee, Tee und Gebäck bereit standen.

Nach der kleinen Stärkung holte ich mein Fahrrad, um diesmal Kopenhagen per Rad zu erkunden. Die Radwege in Kopenhagen sind angenehm, breit und übersichtlich und die vielen Radfahrer fahren sehr rücksichtsvoll – Geisterfahrer sind mir dort nicht begegnet! Zuerst besuchte ich die kleine Meerjungfrau und machte „Beweisfotos“, denn vor zwei Jahren war sie nicht „zu Hause“, weil sie zu Besuch bei der Weltausstellung in China weilte.

Schnappschuss: Sandburgen vor der Oper in Kopenhagen

Schnappschuss: Sandburgen vor der Oper in Kopenhagen

An der „Langen Linie“, vor dem neuen Opernhaus, bewunderte ich noch die tollen Sandburgen, bevor ich weiter nach Nyhavn und Amalienborg gefahren bin. Dort kam ich gerade rechtzeitig vorbei, um die Wachablösung anzusehen. Nach diesem kleinen Ausflug fuhr ich zurück zum Hotel und habe mir dort in der Nähe ein Restaurant gesucht, denn inzwischen hatte ich großen Hunger. Nach dem Essen habe ich es mir in meinem Zimmer gemütlich gemacht und meine ungefähren Etappen geplant. Von zu Hause aus hatte ich bereits die Übernachtungen in Køge und Faxe gebucht, um am Anfang der Tour unbeschwert radeln zu können. Schön zu wissen, wo man schlafen kann! Ich bin zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag wollte ich am Øresund entlang Richtung Klampenborg an den Bellevue-Strand fahren und mich nachmittags in Ordrup mit Martine treffen, um an Vinos Grab Abschied von ihm zu nehmen.

Dieser Beitrag wurde unter Ausgabe 2 / 2013, Rhein-Kreis Neuss, Tourismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert