Nächste Ausfahrt: para_dies

Fahrradfahren steht bei Norbert Krause privat schon immer hoch im Kurs; nicht zuletzt deshalb spielt das Fahrrad 2013 im Rahmen seiner künstlerischen Aktionen oft eine wichtige Rolle. So machte sich der Mönchengladbacher Künstler im Juni dieses Jahres per Rad auf den Weg, das para_dies der Niederrheiner zu erkunden. Was genau es mit dem Projekt auf sich hatte, erfahren Sie hier.
Von Norbert Krause

Norbert Krause will das para_dies erkunden.

Norbert Krause will das para_dies erkunden.

Auf irgendeiner meiner vielen Radtouren durch unsere schöne Region fragte ich mich: Warum eigentlich ist dieses Paradies, das wir im Kopf haben, immer so weit weg? Sei es das irdische oder das himmlische, beides scheint nicht gerade um die Ecke zu sein. Aber wieso nur? Gibt es nicht vielleicht neben diesem Paradies in weiter Ferne auch eins, das direkt zu unseren Füßen liegt? Sozusagen ein para_dies, abgeleitet von para (griech.) gleich „neben“?

Das Projekt war geboren, und ein knappes Jahr später konnte es dann endlich losgehen. Mit dem Rad ging es von Mönchengladbach aus über Viersen, Nettetal, Geldern, Weeze und Goch hoch nach Kleve und von dort über Kalkar, Xanten, Wesel, Kamp-Lintfort und Kempen zurück nach Mönchengladbach. Mit dabei war eine große blaue, auf einem Anhänger montierte Kiste, die alles beherbergte, was zum Erforschen des niederrheinischen para_dieses notwendig ist: ein eigens für die Aktion gebauter Tisch, Hunderte von den Niederrheinern auszufüllende Karten und drei aufblasbare Gummipalmen, die das Thema schon von Weitem sichtbar machten. Man will ja schließlich auch gesehen werden. Knapp zwei Wochen führte mich die Reise so von Marktplatz zu Marktplatz, wo ich stets mit meiner para_dies-Archivierungsstation aufschlug, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen und ihre persönlichen para_diese des Niederrheins auf Karten zu archivieren.

Drei Palmen, hier vor dem Rathaus in Weeze, verdeutlichten: Das Paradies ist vielleicht gar nicht so weit weg.

Drei Palmen, hier vor dem Rathaus in Weeze, verdeutlichten: Das Paradies ist vielleicht gar nicht so weit weg.

Ohne nun einzelne para_diese herausgreifen zu wollen, lässt sich grundsätzlich sagen, dass der Niederrheiner seine wunderschöne Landschaft zu schätzen weiß. Und darüber hinaus hat er natürlich auch seine Lieblingstreffpunkte, die er mir genannt hat. Er zeigt mir Bauwerke, die ihm ans Herz gewachsen sind, oder er schwelgt auch mal gerne in Erinnerungen. So ist eine stattliche Anzahl von para_diesen zusammengekommen.

Ausstellung

Alle para_diese finden ihren Weg in eine Wanderausstellung, die im Herbst in Nettetal, Kleve, Xanten und Mönchengladbach zu sehen sein wird. Die genauen Termine sowie das Tourtagebuch mit Eindrücken, Anekdoten und vielen Bildern von der Reise finden sich auf der Projekthomepage www.para-dies.de

Förderer

Die Tour fand mit Unterstützung der Regionalen Kulturförderung des Landes NRW und des Kulturraum Niederrhein statt. Die richtige Ausrüstung stellte der Gladbacher „Mein Fahrradladen“ freundlicherweise zur Verfügung.

Bemerkenswert konkrekte und ortsverbundene Gedanken schrieben Norbert Krauses Besucher auf die vorbereiteten Karten.

Bemerkenswert konkrekte und ortsverbundene Gedanken schrieben Norbert Krauses Besucher auf die vorbereiteten Karten.

re_para_dies4

Ist es vielleicht hier, das Paradies?

Dieser Beitrag wurde unter Ausgabe 3 / 2013, Mönchengladbach, Tourismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.