Den Römern nachfahren

Logo-RömerradfahrerDer Neusser Winfried Kessel ist begeisterter Radfahrer und  Hobbyarchäologe. Sein Spezialgebiet sind alte Römerstraßne. Und da gibt es viel zu erfahren in unserer Region.

Römerstraßen waren die „Autobahnen der Antike“. Gerne griffen die Römer auf uralte, vorgeschichtliche, natürliche Wegführungen zurück, die sie dann als „Schnellstraßen“ ausbauten. Sie bestechen durch ihre optimale und elegante Führung, erschließen dadurch dem Radwanderer schöne Landschaften mit herrlichen Fernblicken und vermitteln somit beeindruckende Erlebnisse.

Sie waren das Rückgrat des Römischen Reiches und wurden zu den Kulturachsen Europas. Die Straßen dienten, wie heute auch, dem Handel und Reiseverkehr, aber auch dem Truppen- und Nachrichtentransport. Sie hatten eine gut ausgebaute Infrastruktur, wie Gastronomie und Beherbergung, sowie Werkstätten, Pferdewechsel, Straßenmeistereien, Straßenpolizei und Zwischenkastelle. In den nachrömischen Jahrhunderten wurden die behauenen Steine des Straßensystems zwar häufig zum Bau von Häusern, Klöstern und Burgen zweckentfremdet. Doch erstaunlich oft findet man die alten Trassen noch heute an Straßen, Wegen oder Hohlwegen. Das geübte Auge bekommt schnell einen Blick dafür, sie in der Landschaft zu erkennen. Während der Fahrt fallen oft der erhöhte Damm mit seinen Böschungskanten oder die seitlich sich parallel ziehenden Entwässerungsgräben und -dämme auf. Diese zu entdecken ist immer wieder ein spannendes Erlebnis.

Sichtbare Zeichen

Limesturm (Nachbau) an einer Römerstraße bei Neuss

Limesturm (Nachbau) an einer Römerstraße bei Neuss

Manchmal gibt es sogar richtige Landmarken zu sehen. Entlang des Niedergermanischen Limes standen an den Römerstraßen Wachtürme, die auch zur Übertragung von Signalen genutzt werden konnten. Dazu stellten sich Fackelträger auf die hölzernen Galerien oben am Turm und sendeten mit einer Art Morsealphabet Botschaften an den nächsten Wachturm. Die Nachbildung eines solchen Limesturms ist südlich des Lagers Novaesium (Neuss) am Reckberg, der alten Römerstraße nach Köln, zu sehen. (Foto auf der nächsten Seite).

Römische Radtouren zum Nachfahren

Winfried Kessel befährt seit dem Jahr 2005 auf der Grundlage von 100 bis 150 Jahre alten königlich-preußischen Schriftquellen, Karten und Berichten von ihm „wieder entdeckte“ Römerstraßen mit dem Fahrrad, und zwar möglichst trassengenau. Seitdem hat er über 30 Radtouren im Dreieck zwischen Maas und Rhein, von Nimwegen bis Straßburg, Metz und Reims dokumentiert.Alle seine Touren sind digitalisiert und im Internet aufrufbar (siehe unten, „weitere Informationen“).

Sein Ziel ist es, das Kulturgut „Römerstraße“ mit dem Rad erlebbar und „erfahrbar“ zu machen und zwar Regionen- und Länderübergreifend, grenzenlos und Europaweit, wie auch schon vor 2000 Jahren!

Winfried Kessel und sein rotes Fahrrad

Winfried Kessel und sein rotes Fahrrad

Weitere Informationen

Auf Winfried Kessles Website erfährt man alles Wissenswerte über Römerwege. Dort gibt es auch die Touren auf eine Karte sowie zum Download für das Fahrrad-Navi: www.roemerradwege.de
Seine Touren wurden auch als Links in die Web-Portale www.erlebnisraum-roemerstrasse.de des  Landschaftsverbands Rheinland (LVR) undin www.strassen-der-roemer.eu der Mosellandtouristik Rheinland-Pfalz eingestellt.

Dieser Beitrag wurde unter Ausgabe 1 / 2016, Tourismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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