Praxisbericht: Der VDO GP7 Bike GPS Navigator

Die Zeiten, da Garmin den Markt für Outdoor-Navigationsgeräte dominierte, sind vorbei. Die robusten Navis der Konkurrenz haben oft noch mehr Features, nur bei der Akku-Laufzeit können sie nicht ganz mithalten. Ein Gastbeitrag von Patrick Meyer. Der Autor arbeitet bei Zweirad Oberländer in Neuss und hat für uns das GP7 von VDO ausführlich unter die Lupe genommen.

DCIM100MEDIAAuf der Suche nach einem Navigationssystem habe ich mich nach intensiven Recherchen für den VDO GP7 Touring entschieden. Die Möglichkeit, das Fahrradnavi sowohl beim Radeln als auch beim Wandern, im Auto und Motorrad uneingeschränkt nutzen zu können, schien die richtige Wahl aus dem Marktangebot für meine Bedürfnisse zu sein.
Das Modell „Touring“ ist mit der sehr detailreichen Topo-Deutschland-Karte ausgestattet. Für die Auto- und Motorradnavigation ergänzte ich das System durch die Navteq-Europa-Straßenkarte und einen Autohalter.

Kein Problem: Vorher planen und unterwegs spontan abweichen

Die Karten sind auf Micro SD-Karten und CD gespeichert. Dem Navi liegt eine PC-Software bei. Dieses „Map Manager“ genannte Programm ermöglicht die komplette Verwaltung der Karten sowie die Planung und Vorbereitung von Touren am PC. Es kann zum Übertragen von gespeicherten Touren aus dem Navi oder auf das Navi sowie zum beliebten Übertragen von Tracks aus Internetportalen und zum Weiterverarbeiten benutzt werden.

Am Fahrradlenker sitzt das GP7 Navi perfekt, gehalten mit einem sehr leichten sowie robusten Halter, welcher auch unter extremen MTB-Bedingungen funktioniert. Angeschaltet erscheint eine Menüoberfläche, die viele individuelle Einstellungen und Anpassungen ermöglicht. Klasse, dass man diese Möglich- keiten hat, auch wenn man sich erst mal an die Oberfläche gewöhnen muss. Man kann auch direkt und ganz einfach die Karte öffnen und sich zu einer gewünschten Adresse navigieren lassen. Nach der Abfrage der Fortbewegungsart (Trekkingrad, MTB, Rennrad, Wandern, Strasse, Ski, Hybrid etc.) wird man selbst im Gelände mit Sprachanweisung an das gewünschte Ziel gebracht.
Man muss aber nicht stur den Sprach- und Pfeilanweisungen folgen. Sobald man vom berechneten Weg abweicht, beginnt eine Neuberechnung der Route. Gerade wenn man eine altbekannte Strecke fährt, wundert man sich bei einem Navi ja schon mal, warum man nun anders geleitet wird als gewohnt. Da findet man aber auch schon mal ganz neue Wege! Besonders in fremden Regionen bewähren sich Navis.

Genial ist auch die Möglichkeit, auf die Tracks aus Internetportalen zurück greifen zu können. Das ermöglicht das Nachfahren veröffentlichter Tracks von anderen Radfahrern, aus Urlaubsregionen, welche mit ihren schönen Radnetzen locken oder die ihre besten Heimstrecken anbieten. Alpencross per MTB oder per Pedes und Highlights aus allen möglichen Regionen werden mit wenigen Klicks und etwas PC-Kenntnis auf dem Map Manager erstellt und von dort auf das VDO GP7 übertragen. Diese Tracks kann man im verbreiteten GPX-Format belassen und am Bildschirm leicht verfolgen oder in das VDO Format wandeln und sprachnavigiert abfahren!

Die Topo-Karten zeigen Höhenprofile an, ein Barometer nach Kalibrierung die exakt gemessene Höhe. So kann man Touren nach der Topografie planen. Topo-Outdoorkarten sind vollvektorisierte Karten auf der Basis von detailreichen Wander-/Rasterkarten. Schön wäre es, wenn auf dem an sich sehr guten Kartenmaterial auch ausgewiesene Fahrradwege direkt erkennbar wären. Aus POI-Listen kann man sich Points Of Interest wie etwa Bahnhöfe, Restaurants, Hotels, Rathäuser, Berggipfel usw. anzeigen lassen.
Die Europa-Straßenkarte ist natürlich auch radroutingfähig, wenn auch mit weniger Informationen und ohne Wanderwege und Höhenlinien. Tracks können auch auf die Straßenkarte übertragen werden. Somit ist Fahrradnavigation auch ohne Topo-Karte auf Nebenstrecken oder tracknavigiert möglich.

Extras wie beim Fahrradcomputer

Das VDO GP7 Navi ist auch ein umfangreicher Fahrradcomputer und ist auf individuelle Einstellungen programmierbar. Dank  dem Standard ANT+ für drahtlose Kommunikation bei Sportzubehör ist es erweiterbar durch Funk-Pulsgurt, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzmessung. Das 3,5″-Touchscreen-Display ist vergleichsweise groß und auch bei Sonnenlicht gut ablesbar. Wenn man alle Energiespareinstellungen aktiviert hat, ist das GP7 ca. 7-8 Stunden einsetzbar. Sehr gut, dass der Lithium-Ionen-Akku leicht austauschbar ist. Für extra lange Touren mit viel Navigationseinsatz habe ich mir daher einen Zusatzakku zugelegt. Für die Nutzung im Auto und am Motorrad ist natürlich ein Ladekabel dabei.

Das Gerät ist extrem robust und bestens gegen Nässe geschützt. Es hat sich bei meinem Einsatz am Rennrad mit schnellen Richtungswechseln bei hohem Tempo oder mit dem MTB im Gelände und auf Touren über Feld-, Wald-  und Wiesenwege bei Wind und Wetter absolut bewährt. Den Extremtest hat das VDO GP7 Navi am Motorrad überstanden, nachdem ich mir hierfür einen Halter umgebaut hatte.

Mein Fazit: Mit dem GP7 ist eine neue Art des „flüssigeren“ Radfahrens ohne ständiges Neuorientieren möglich! Auch das Abfahren von sehr langen vorgeplanten Touren geht ohne Probleme. Die Topo-Deutschland-Karten werden mit den 100 schönsten ADFC-Touren vorinstalliert ausgeliefert, welche direkt sprachnavigiert abgefahren werden können. Viel Spaß beim Tourenfahren!

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